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Surgery First

Warum in manchen Fällen zuerst operieren und danach die kieferorthopädische Behandlung?


Die konventionelle kieferorthopädisch-kieferchirurgische Dysgnathie-Behandlung läuft in groben Zügen so ab:

Zuerst werden vom Kieferorthopäden mit einer Zahnspange die einzelnen Zahnbögen behandelt, also schön ausgerundet. Die Zähne werden in die richtige Position und Achsenneigung gebracht. Oft liegt beim Fehlbiss eine gewisse Kompensation durch die Zahnstellung vor. Diese muss zunächst rückgängig gemacht werden (Dekompensation). Dabei kann sich die Fehlbisssituation vorübergehend verschlechtern, gleiches gilt dann für das Profil des Patienten.

Wenn die einzelnen Zahnbögen so vorbereitet sind, werden die Kiefer vom Chirurgen in die korrekte Bisslage gebracht, je nach vorliegender Störung durch Verlagerung des Oberkiefers, des Unterkiefers oder beider Kiefer. Der Biss wird dabei leicht überkorrigiert, da nach der Operation z.B. durch Muskelzug ein gewisses „Rezidiv" eingeplant werden muss. Die Kiefer haben also die Tendenz, wieder etwas in die alte Position zurückzugehen.

Nach der Knochenheilung folgt die kieferorthopädische Nachbehandlung im Sinne einer Feineinstellung, damit bei Behandlungsabschluss die Zahnreihen, die Bisslage und das Profil perfekt sind.

Das Konzept Surgery First bedeutet, dass als erstes die Operation erfolgt und erst danach die gesamte kieferorthopädische Behandlung. So können in manchen Fällen einige Nachteile des konventionellen Behandlungsablaufes vermieden werden. Die Vorteile bei „Surgery First" sind im Einzelnen:

1. Der Zeitpunkt der Behandlung kann vom Patienten frei gewählt werden.
Normalerweise wird operiert „wenn der Kieferorthopäde soweit ist",was bei Behandlungsbeginn oft nicht genau abschätzbar ist. Wenn dagegen mit der Operation begonnen wird, kann der Patient den für ihn günstigsten Zeitpunkt als Behandlungsstart wählen.

2. Die Behandlungszeit wird verkürzt.
Nach einer Umstellungsoperation reagiert der Knochen ca. 3 Monate lang mit erhöhten Umbauprozessen. In dieser Phase kann eine kieferorthopädische Behandlung schneller als sonst erfolgen. Außerdem wird die KFO-Behandlung „an einem Stück" durchgeführt, d.h. die Einstellung unter Berücksichtigung des Rezidivs erfolgt in einem Zuge.

3. Die Verschlechterung durch die „Dekompensation" vor der Operation entfällt.
Nach der chirurgischen Einstellung der Kieferrelation wird die Situation während der kieferorthopädischen Behandlung kontinuierlich verbessert.

4. Der psychologische Faktor:
Man hat die Operation schon hinter sich gebracht - und danach „wird es nur noch besser".

Andererseits:

  1. Das Konzept „Surgery First" eignet sich nicht für alle Formen der Dysgnathie.
  2. Kieferorthopäde und vor allem Chirurg brauchen viel Erfahrung,um die Operation richtig zu planen und durchzuführen. Die korrekte chirurgische Einstellung ist schwieriger, wenn die Zahnreihen nicht vorbereitet sind.
  3. Für die (beschleunigte) kieferorthopädische Behandlung sind ggf. zusätzliche „skelettale Verankerungen" (Pins, Platten, allgemein SAS = skelettale Ankersysteme /skeletal anchorage system) erforderlich, um die Kräfte bei den Zahnbewegungen besser steuern zu können. 

 

Wir beraten Sie gerne individuell, ob das Konzept „Surgery First" für Sie in Frage kommt und erklären Ihnen den genauen Behandlungsablauf.

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